„Dieses Masterstudienprojekt untersucht Auseinandersetzungen um „das Soziale“ in der Migrations- und Arbeitsgesellschaft. In einem gemeinsamen Forschungsprozess erschließen Studierende sozialpolitische Konfliktfelder in Graz aus globaler Perspektive. Der kollaborative Ansatz stellt gelebte Beziehungen zueinander, zur Forschungs-Community und zu sozialen Bewegungen in den Mittelpunkt.
Sozial(staats)regime prägen Alltagskulturen und Vorstellungen von Gesellschaft, Wirtschaft und Individuum grundlegend. Sozialbehörden sichern und helfen nicht nur, sondern grenzen auch aus, disziplinieren, zwingen zur Lohnarbeit, strafen und lassen sterben. Die nationale Form des Sozialstaats artikuliert sich in gewaltvollen Prozessen der Migrantisierung und in Grenzregimen. Mit dem Ziel der Abschreckung werden Migrant*innen teils ausgeschlossen oder erhalten nur als Erwerbstätige Zugang zu existenzsichernden Leistungen. Auch Menschen, die nicht dem hetero- und cisnormativen Familienmodell entsprechen, werden oftmals benachteiligt. Der Sozialstaat ist Ergebnis historischer Auseinandersetzungen und bis heute Bezugspunkt sozialer Bewegungen gegen Armut und Ausgrenzung und für ein gutes Leben für alle.“
Begleitlehrveranstaltungen sind:
• Männer in Bewegung -- Migration und Männlichkeiten aus der nordöstlichen Mittelmeerregion von Mišo Kapetanovic
• Hoch und runter oder sich doch hindurch schreiben? Sozial(staats)regime ethnografisch beschreiben von Maria Schmitter