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Freitag, 16.01.2026

Neues FWF Forschungsprojekt ab Mai 2026

Nazi aftermath, reorientation and international networks: Austrian socio-cultural anthropology in the post-war period up to 1965

 

Ab Mai wird Herr Dr. Peter Rohrbacher am Institut forschen.

Das 1929 von den beiden Steyler Missionaren Wilhelm Koppers und Wilhelm Schmidt gegründete Institut für Völkerkunde (heute Institut für Kultur- und Sozialanthropologie) an der Universität Wien entwickelte sich in der Nachkriegszeit zur größten und wichtigsten Einrichtung für Völkerkunde/Ethnologie im deutschsprachigen Raum. Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die österreichische „Völkerkunde“ mit ihren zahlreichen interdisziplinären Verbindungen und internationalen Netzwerken im Zeitraum von 1945 bis 1965 erstmals systematisch zu untersuchen. 

Das Forschungsprojekt umfasst drei Arbeitspakete, denen insgesamt neun Forschungsthemen zugeordnet sind. Die Fragestellungen und Hypothesen umfassen den Wandel zentraler Netzwerke, die Hauptakteure und ihre nachhaltigen Leistungen sowie ideengeschichtliche Markierungen. Das erste Arbeitspaket beschäftigt sich mit der „Altlast“ der NS-Vergangenheit, aber auch mit katholischen Netzwerken und wegweisenden Lehrstuhlbesetzungen am Institut für Völkerkunde in Wien. Das zweite Arbeitspaket ist den internationalen Netzwerken gewidmet. Hier wird die herausragende Bedeutung von Konferenzen und Forschungsförderungsinstitutionen (z.B. UNESCO, Wenner-Gren-Stiftung) für die österreichische Soziokulturanthropologie hervorgehoben und untersucht. Das dritte Arbeitspaket schließlich befasst sich mit interdisziplinären Kooperationen (z.B. Prähistorische Archäologie, Japanologie, Anthropos-Institute in 

 

 

Asien), der Erneuerung des ethnographischen Films und biographischen Beispielen von Wissenschaftler:innen aus Österreich, die auf diesem Gebiet international Karriere gemacht haben.

Theoretisch steht das Projekt in der Tradition des US-amerikanischen Anthropologie-Historikers George W. Stocking, der explizit die biographische, institutionelle und historische Kontextualisierung gegenüber präsentistischen Ansätzen bevorzugt. Erkenntnistheoretisch und methodisch wird eine Quellenanalyse verfolgt, die die Ansätze der historischen Anthropologie mit denen der Zeitgeschichte für die anthropologische Geschichtsschreibung verbindet. Archivrecherchen werden in Österreich, Italien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und in den USA durchgeführt. Darüber hinaus werden sekundäre Zeitzeugen mit Hilfe von Standardinterviews befragt. 

Die wissenschaftliche Korrespondenz, die in einem Privatarchiv in Rom aufbewahrt wird, kann auf über zwanzigtausend Folien geschätzt werden. Auf der Grundlage dieser Archivquellen können in Verbindung mit anderen privaten und staatlichen Archiven völlig neue Fragestellungen entwickelt werden. Die hohe Dichte der Korrespondenz wird es ermöglichen, nicht nur eine diachrone Geschichte des Wiener Instituts im engeren Sinn zu schreiben, sondern auch synchrone Studien zu internationalen Netzwerken und interdisziplinären Verbindungen durchzuführen, die ein völlig neues Bild der „Völkerkunde“ in Österreich in der Nachkriegszeit bis in die 1960er Jahre liefern werden. 

Weitere Artikel

Neu am Institut Franziska Weinert, MA

Mitarbeiterin im FWF Projekt "Nazi aftermath, reorientation and international networks: Austrian socio-cultural anthropology in the post-war period up to 1965" Mehr zum Projekt: https://kulturanthropologie.uni-graz.at/de/unsere-forschung/aktuelle-und-abgeschlossene-drittmittelprojekte/

Registration for the festival/conference "A Relational World?" Is now open!

Interdisciplinary Conference/Festival Organized by the Department of Cultural Anthropology and European Ethnology, the Centre for Intermediality Studies in Graz (CIMIG) and the Botanical Garden (Institute for Biology) of the University of Graz University of Graz October 29–31, 2026

Book Recommendation: Educating Otherwise

Reviews “Rich and diverse… this book is an important and innovative contribution to debates in, and about, anthropology as education.” David Mills, University of Oxford We are pleased to announce that our colleague, Dr. Caroline Gatt, is one of the editors

Erstes ÖGEKW Museumscamp - taking space, making space, breaking space?

Das erste ÖGEKW Museumscamp, organisiert vom Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien in Kooperation mit dem Volkskundemuseum Wien, richtet sich an alle Studierenden des Faches Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft/Kulturanthropologie in ganz Österreich und lädt sie dazu ein, im Juli 2026 eine Woche lang im Museum zu campieren. https://oegekw.at/aktuelles/newsdetail?news_id=1764080585249

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